Meinen erste Reise zu krebskranken Kindern nach Weißrussland

Ein Erlebnisbericht von der sechstägigen Hilfstour im Frühjahr 2018 – von Ursula Schott 

Am 30. April 2018 verabschiedeten uns in Greiz viele Sponsoren, Angehörige und Vereinsmitglieder zur Fahrt nach Brest. Der Vorsitzende unseres Vereins Uli Jetschke sprach ein paar Worte und wünschte allen eine gute Fahrt. Danach erhielten wir noch einen Segen von Thomas Müller.

Gegen 14 Uhr erreichten wir Polen. Unterwegs standen wir fast eine Stunde im Stau, rücksichtslose Autofahrer behinderten die Rettungsfahrzeuge, es war schlimm. So etwas habe ich noch nicht gesehen.

17 Uhr war kilometermäßig Halbzeit. Gegen 20 Uhr kehrten wir in einer den erfahrenen Tourteilnehmern schon bekannten Gaststätte ein, es gab leckere Gulaschsuppe.

Am 1. Mai 2018, genau um 2.26 Uhr, erreichten wir die polnische Grenze. Unser Benny hatte Geburtstag, wir gratulierten ihm ganz herzlich.

Nun begann die Odyssee. Reisepass, Fahrzeugpapiere, Zoll, Stempel, Stempel…. Erst 7.30 Uhr fuhren wir aus der Zollhalle raus und es ging Stop and Go zur weißrussischen Grenze. Dort trafen wir kurz vor 9 Uhr ein. Die PKWs  und der LKW wurden genau untersucht, um Menschenschmuggel auszuschließen, jeder von uns unterlag der Passkontrolle. 10.10 Uhr lassen uns die Grenzkontrolleure weiter fahren. Anschließend vergehen weitere Stunden mit dem Röntgen der Autos, der Hänger und des LKW.

Aufregung entstand, als uns ein Zöllner die Migrationskarten abnahm. Wir waren darüber sehr verwundert, da diese eigentlich zur Ausreise gebraucht werden. Aber es sollte so seine Ordnung haben. Die Bestimmungen ändern sich eben ständig.

Die beiden Kleinbusse mit Hänger waren dann durch und wir warteten am Stadtzoll auf den LKW.

Während des Wartens trafen Mascha und Ludmilla von unserem Partnerverein ein. Unsere Gasteltern wurden benachrichtigt und holten uns ab, gegen 17.30 Uhr waren Michaela und ich dann bei unserer Tamara. Dort gabs Abendbrot, danach unternahmen wir noch einen Spaziergang in der Umgebung des Wohngebietes. Dann gings ins Bett, wir waren beide sehr müde, nach 32 Stunden Fahrt.

Am 2. Mai zeigte uns Tamara die Brester Festung, anschließend trafen wir uns wieder am Stadtzoll, wo unsere Autos und nun auch der LKW standen. Benny und Mario sind am 1.5.2018 erst gegen 22.00 Uhr vom Grenz-Zoll mit Konvoi zum Brester Stadtzoll geleitet worden. Sie haben im LKW geschlafen.

Noch bis halb drei nachmittags ging es darum, ob wir am Stadtzoll ausladen müssen. Mascha erreichte schließlich, dass uns das erspart blieb. Ein Zöllner fuhr mit zur Abladestelle des Vereins und nahm das Abladen in Augenschein. Viele weißrussische Freunde waren gekommen, um uns zu helfen. Die Frauen des Vereins hatten Pelmeni mitgebracht, die uns sehr mundeten. Auch Wasser und Bier war für alle da.

Kurz vor 18 Uhr sind wir dann zu unserer ersten Begegnung mit Familien nach Malaryta aufgebrochen. Von Brest aus sind das 54 km. Wir wurden sehr freundschaftlich empfangen und  auch sofort mit Abendbrot bewirtet. Wir übergaben den Kindern Süßigkeiten und Plüschtiere. Das Lächeln und die Freude der Kinder war für uns der Lohn unserer Arbeit.

Es war ein netter Abend mit vielen freundschaftlichen Begegnungen. Es wurde viel gesprochen, ausgetauscht und auch herzlich gelacht. Um 0.50 Uhr waren wir dann wieder in Brest und Tamara hat uns abgeholt. Der Junge des Hausherrn bot uns noch ein kleines Kulturprogramm. Er spielte auf einem Knopfakkordeon weißrussische Lieder.

3. Mai 2018

Früh wurde gut gefrühstückt bei Tamara. Danach hat sie für uns auf dem Klavier gespielt und gesungen.

Um 11.00 Uhr haben wir uns dann alle wieder am Lager getroffen und sind nach Kobryn zu krebskranken Kindern gefahren. Das ist 46 km von Brest entfernt. Um 13.45 Uhr dort angekommen, sind wir wieder herzlich empfangen worden. Es ging gleich zu Tisch, der reichlich gedeckt war. Dann überreichten uns die Kinder eine selbst gebastelte Nelke.

Ein kleiner Junge trug uns ein weißrussisches Gedicht vor. Gerhard Jalowski schenkte ihm eine Badestola mit dem Aufdruck von ICE AGE. Die Freude in dem Gesicht des Jungen wird für mich unvergesslich sein. Ein Mädchen sang uns ein Lied, eine Hymne an die Mama. Das Mädchen konnte nicht laufen. Alle unsere Augen waren feucht. Wir verteilten dann die Süßigkeiten und Plüschtiere. Ich denke, alle Kinder waren zufrieden.

Danach besuchten wir noch ein Dorf, in dem es ein Leinenmuseum gibt. Wir wurden von einer Folklore-Kapelle empfangen. Danach besichtigten wir die Räume des Museums und Zora übersetzte uns alles. Es war sehr interessant.

Später fuhren wir weiter nach Drahicyn, von Kobryn aus 60 km. Dort erwarteten uns schon die Kinder mit ihren Eltern. Der Tisch war wie immer reichlich gedeckt. Es wurde zum Essen gebeten und zum Wodka gab es die entsprechenden Trinksprüche.

Nach dem Essen verteilten wir wieder die Süßigkeiten. Uli hatte noch Pudelmützen aus einer Greizer Spende mit, die er den Kindern aufsetzte. Alle waren selig. Zum Schluss gab es noch leckeren Kuchen und Torten. Die Rückfahrt dauerte bis Mitternacht. Wir sind dann schnell ins Bett und haben gut geschlafen, da es ein anstrengender Tag war.

4. Mai 2018

Nach dem Frühstück ging es mit Tamara ins Einkaufcenter. Wir wollten uns ein Bild machen wie die Preise so sind und was es gibt. Am Nachmittag haben wir uns dann am Vereinslager getroffen, um uns zu verabschieden. Es waren viele Gasteltern und Freunde gekommen. Die Herzlichkeit ist Wahnsinn.

Gegen 16.30 Uhr starteten wir zur Rückreise. Nach 20 Uhr passierten wir den letzten weißrussischen Schalter und um 21.40 Uhr ging es in Richtung Polen weiter. Die Zeremonie war die Gleiche wie zur Einreise:  Reisepass, Autopapiere, Zoll usw.

Nachts halb vier (es war inzwischen der 5. Mai) gab es die erste Rast auf der Heimfahrt in Polen. Gefrühstückt wurde um 8 Uhr am Rastplatz Görlitz auf polnischer Seite. Alle stärkten sich und weiter ging es Richtung Heimat.

Die Heimfahrt verlief gut, danke an unsere Fahrer Kai und Gerhard.

Am 5. Mai 2018 um 12.30 Uhr bin ich dann in Daßlitz wohlbehalten angekommen.

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