Der Hilfstransport vom Juni 2020 nach Weißrussland ist nun Geschichte

Diesen Transport auf den Weg zu bringen, war eine besondere Herausforderung für unseren Verein! Die Süßigkeiten von Jens Schott (REWE-Märkte) sowie der Tee aus St. Gangloff, organisiert von Gerhard Jalowski, unterlagen einem Mindesthaltbarkeitsdatum. Und die Container des Vereins standen sowieso schon seit geraumer Zeit gefüllt mit sehr guten Möbeln, Kunststofffenstern, Haushaltgeräten, wertvollen Paketen, Verbandsstoffen und medizinischen Hilfsmitteln für den Transport bereit.

In diese Situation der geplanten Hilfstour kam die weltweite Corona-Pandemie. Uns war klar, dass es nun keinen turnusmäßigen Hilfstransport nach Weißrussland geben kann. Wir suchten nach Wegen, die humanitären Hilfsgüter trotzdem sicher ans Ziel zu bringen. Ein Transport im internationalen Güterverkehr machte das möglich, jedoch wurden die Hürden immer höher! Zugleich spornte uns die prekäre Situation ganz besonders an, gerade diese Hilfstour hinzukriegen.

Das Möbelpack-Kommando und die Frauen im Lager arbeiteten wochenlang in Zweiergruppen, um für jedes weißrussische Kind ein persönliches Paket mit Schokolade, Shampoo, Kleidung, Spielzeug und sonstigen willkommenen Dingen zu packen. Deshalb verzichteten wir auf einen Aufruf an unsere deutschen Patenfamilien, Pakete zu packen, da wir nicht garantieren konnten, dass diese auch fristgerecht in Belarus abgeliefert werden können. Wir entschieden uns, diesen Transport in aller Stille vorzubereiten, womit wir gleichzeitig auch ein finanzielles Risiko eingingen.

Auf der gesamten Fahrt nach Weißrussland hielt sich das Tourteam strikt an die für Deutschland geltenden Regeln der Pandemie-Bekämpfung, musste sich aber auch über polnische und schließlich weißrussische Regeln informieren und diese befolgen. Diese ähnelten sich aber im Großen und Ganzen.

Am Grenzübergang Polen-Weißrussland lief alles einigermaßen normal. Dank der Vorbereitung unseres Brester Partnervereins „Kinder in Not“ zur nötigen Kommunikation mit dem Zollgrenzkommisariat spielten sich die Kontrollen trotz „Corona“-Präsenz noch relativ gut ab.

Im Brester Lager angekommen begann nach zwei Tagen Fahrt und Grenzabfertigung die Entladung der vier Containerbrücken. Die Augen wurden immer größer, als die Familienangehörigen der kranken Kinder die mitgebrachten Güter sahen. Die schicken Möbel, die Waschmaschinen, die vielen Kühlschränke, die Nähmaschinen, die persönlichen Pakete, die Kleidung … Unser Team spürte wie immer große Dankbarkeit, vor allem auch, weil es natürlich den weißrussischen Menschen bewusst war, dass eigentlich wegen Covid 19 kein Transport zu erwarten war. Und nun  ist die Hilfe doch angekommen!

Leider konnten aus Infektionsschutzgründen keine Treffen mit Gruppen krebskranker Kinder und auch keine Familienbesuche stattfinden.  

Und wieder musste unser Hilfsteam auch ein sehr trauriges Ereignis verkraften. Veronika Semenjuk starb vor wenigen Tagen mit 17 Jahren nach achtjährigem Kampf gegen den Krebs. Sie litt an einem Gehirntumor, der mehrfach operiert worden war, u. A. auch im Waldklinikum Brandenburg in Wandlitz bei Berlin. Unser Verein  übergab ihrer Familie ein Kondolenzschreiben.     

Die vergangenen Tage des Transports Revue passieren lassend können wir folgendes Fazit ziehen:           

Dank der großartigen, aufopferungsvollen Unterstützung unseres Vereins durch viele Menschen, vor allem dank der Helfer im Lager Greiz um Michaela Lütche und in Beiersdorf um die Familien Dittrich und Jahn sowie dank der Hauptsponsoren Josef Bolwerk, Jens Schott sowie der Firma Neuform-Türen mit Michael Glock wurde es möglich, auch diesen Transport zu realisieren. Wieder gelang es uns, neben der materiellen Hilfe Beistand für die schwer getroffenen Familien mit ihren erkrankten Kindern zu geben und das Gefühl zu vermitteln, dass sie nicht allein gelassen werden.

Im Voraus haben wir auf einen öffentlichen Aufruf zur Unterstützung dieser von besonderen Umständen geprägten Hilfstour verzichtet. Um unsere beträchtlichen Verbindlichkeiten zu begleichen bitten wir nun darum, uns finanziell zu unterstützen. Nachträglich rufen wir die Menschen der Region Greiz, Zeulenroda-Triebes, Plauen, Beiersdorf, Fraureuth auf, uns mit Geldspenden zu helfen!

Wir sind sehr froh, dass es uns gelungen ist, diese Aktion der christlichen Nächstenliebe und der Humanität auch in der aktuellen Krisenzeit durchgeführt zu haben. Umso mehr setzen wir auch künftig auf die Unterstützung der Menschen unserer Region!

Das nur vierköpfige Fahrerteam dieses Hilfstransports hat auf dieser Tour mit zwei LKW-Zügen Enormes geleistet! Kai Dittman, Rene Henck, Friedemann Schatz und Ulrich Jetschke saßen auf dem „Bock“ und absolvierten beherrscht die stundenlangen Grenzkontrollen.   

Herzlichen Dank im Voraus allen Menschen, die uns helfen wollen, und DANKE nochmals an alle Helfer, Sponsoren und Unterstützer des gerade glücklich abgeschlossenen Hilfstransports!

aufgeschrieben von Christian Wonitzki

Freunde und Helfer vom weißrussischen Partnerverein. Trotz häufiger Bitten um "Corona-Abstand" sorgten Emotionen über die wunderbaren Spenden aus Deutschland immer wieder für spontanes "Zusammenrücken".

Freunde und Helfer vom weißrussischen Partnerverein. Trotz häufiger Bitten um „Corona-Abstand“ sorgten Emotionen über die wunderbaren Spenden aus Deutschland immer wieder für spontanes „Zusammenrücken“.

Weißrussische Freunde und Helfer mit dem deutschen Team: Kai Dittman (li.), Rene Henck (hi. li.), Friedemann Schatz (hi. mit roten T-Shirt) und Ulrich Jetschke (vorn).

Weißrussische Freunde und Helfer mit dem deutschen Team: Kai Dittman (li.), Rene Henck (hi. li.), Friedemann Schatz (hi. mit roten T-Shirt) und Ulrich Jetschke (vorn).

Veronika Semeniuk nach einer Hirnoperation 2015. Mit 17 Jahren ist sie vor kurzem ihrer Krankheit erlegen.

Veronika Semeniuk nach einer Hirnoperation 2015. Mit 17 Jahren ist sie vor kurzem ihrer Krankheit erlegen.

Bitte helfen Sie uns mit Spenden auf das Konto des Hilfstransport Greiz – Brest e.V.:

Kontonummer: 7735780, BLZ: 83040000 (Commerzbank Greiz)

IBAN: DE89 8304 0000 0773 5780 00, BIC: COBADEFFXXX

Verwendung: Hilfstransport Brest

 

 

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