Bericht vom Hilfstransport Greiz – Brest vom 04.01.-08.01.2019

Erstmals startete der Hilfstransport Greiz-Brest mit einem Konvoi, bestehend aus 6 Kleinbussen und Hängern, Tragkraft bis zu 2 t, und 15 Teilnehmern. Wir erwarteten mit dieser Variante zwei Erfolge zu erzielen: Einsparen der teuren Truck-Miete und zum anderen kann man mit dieser Motorisierung den zivilen weißrussischen Grenzübergang nutzen, ohne Röntgen, Waage, Rampe etc.

Nach anstrengender Fahrt unter widrigen Bedingungen, auf weiten Strecken herrschten Schneesturm und Kälte, erreichten wir die Grenze zu Weißrussland. Aus unerfindlichen Gründen durften wir den ersten Schlagbaum passieren um dann 4 Stunden ohne Abfertigung stehen gelassen zu werden.  Einige wenige Versuche, uns in Erinnerung zu bringen, wurden abgewiesen.

Nach insgesamt 9 Stunden durften wir die Grenze passieren, die Fahrzeuge mit Hänger wurden, durch ein Begleitfahrzeug eskortiert, in den ca. 30 km entfernten Brester Stadtzoll verbracht und dort eingeschlossen. Unsere Gastgeber mussten sich nun den endlosen Formalitäten über Stunden widmen.

Am anderen Tag wurden die Fahrzeuge freigegeben und wir durften sie entladen.

Persönliche Pakete der Greizer Patenfamilien, die bunten Pakete aus der Aktion der DAK, Süßigkeiten und andere weihnachtlichen Dinge verluden wir auf private Fahrzeuge und brachten sie in den Gemeindesaal der baptistischen Gemeinde.

Hier erwarteten uns ca. 50 Kinder mit ihren Eltern. Ein buntes weihnachtliches Programm wurde zur Aufführung gebracht, alles fieberte der Bescherung entgegen, es war schließlich der Tag des russischen Weihnachtsfestes.

Unsere Gaben erzeugten unglaubliche Freude bei Kindern und Eltern über die liebevoll gepackten Pakete und Päckchen. Wir sollen alle Absender grüßen und ihnen Gottes Segen zum neuen Jahr wünschen!

Zum Ende der Veranstaltung wurden uns neue Mitglieder des weißrussischen Partnervereins „Kinder in Not“ vorgestellt. Meist unter Tränen berichteten die Mütter von den Erkrankungen ihrer Kinder, deren Befinden nach Chemotherapie oder auch fehlgeschlagener Behandlung. Aus den Berichten klang Verzweiflung, Ratlosigkeit aber auch Hoffnung an.

Alle aber sprachen ihre Dankbarkeit für unsere Hilfe aus und baten beinahe flehend: Lasst uns in unserem Schicksal nicht allein, eure Solidarität aus Greiz ermutigt uns, nicht aufzugeben.

Am anderen Tag machten wir Hausbesuche bei den von Krankheit betroffenen Familien und trafen uns anschließend als Gruppe auf dem großen Brester Friedhof. Wir wollten derer gedenken, die den Kampf mit der Krankheit verloren hatten und gemeinsam mit einigen Eltern dieser verstorbenen  Kinder gedenken.  So weit man sehen kann alles Grabsteine mit Kinderbildern, die Gräber zum Teil mit Spielsachen zum Weihnachtsfest geschmückt. Hunderte, ja tausende, zum Teil neue Gräber machen deutlich: Die Tschernobyl-Katastrophe hat eine Erbgutschädigung verursacht, so dass immer wieder kranke Kinder geboren werden.

Die Teilnahme unserer Gruppe an der Betroffenheit und Trauer dankten uns die Mütter mit stiller, dankbarer Umarmung.

Die Heimfahrt verlief ebenso aufregend wie die Hinfahrt, es gab wieder Beanstandungen an unseren Reiseunterlagen und Formularen, stundenlanges Warten, Diskutieren bis endlich sich der letzte Schlagbaum  hob. Ebenso wie auf der Hinreise wurde vorher  so manches Rad mit einer „Radkralle“ versehen, damit kein unerlaubtes Weiterfahren geschehen kann.

Mit starkem Wind und Schneeschauer brachten wir Mittwochmorgen den Winter nach Greiz. Gott sei Dank – ohne Unfall oder Schaden an Mensch und Maschine.

Dank gilt den sechs Fahrzeughaltern, den Eigentümern der Hänger für deren Bereitstellung!

Dank den Greizer Bürgern,  die uns Geschenke, Geldspenden anvertrauten, mitgaben. Diese haben den direkten Weg zu den bedürftigen Kindern, Menschen gefunden.

Greiz hat bei den Menschen in Brest einen guten Ruf, der Name Greiz spricht  für Solidarität, Mitmenschlichkeit und Herzenswärme.

Gerhard Jalowski

Das Konvoi-"Label": Humanitäre Hilfe!

Das Konvoi-„Label“: Humanitäre Hilfe!

Letzte Vorbereitungen in Greiz

Letzte Vorbereitungen in Greiz

Die Pässe mit den weißrussischen Visa, erteilt von der Botschaft in Berlin, werden ausgeteilt

Die Pässe mit den weißrussischen Visa, erteilt von der Botschaft in Berlin, werden ausgeteilt

Vereinsmitglied Thomas Müller hält die traditionelle kleine Ansprache und erbittet für die Tour Gottes Segen

Vereinsmitglied Thomas Müller hält die traditionelle kleine Ansprache und erbittet für die Tour Gottes Segen

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Der Tour-Konvoi - bestehend aus sechs Fahrzeugen mit Anhängern

Der Tour-Konvoi – bestehend aus sechs Fahrzeugen mit Anhängern vor der Abfahrt in Greiz

15 Frauen und Männer bilden das Tour-Team

15 Frauen und Männer bildeten das Tour-Team

Russische Weihnachtsfeier mit Greizer Geschenken in der Brester Baptistengemeinde

Russische Weihnachtsfeier mit Greizer Geschenken in der Brester Baptistengemeinde

Mit solchen unfreundlichen Maßnahmen an der weißrussischen Grenze muss man klar kommen

Mit solchen unfreundlichen Maßnahmen an der weißrussischen Grenze muss man klar kommen

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