Ehrenamtszertifikat der Thüringer Ehrenamtsstiftung für Ulrich Jetschke - herzlichen Glückwunsch!
Überraschungstermin am 19. April 2012 im Kleinen Fürstensaal des Oberen Schlosses in Greiz: Aus den Händen von Gerd Grüner, dem Greizer Bürgermeister, erhielt Ulrich Jetschke, der Vorsitzende unserer Hilfsorganisation das Ehrenamtszertifikat der Ehrenamtsstiftung des Freistaates Thüringen. Herausragende Aktive im Ehrenamt erhalten diese Auszeichung für ihr besonders Engagement.
Zweifelsohne verkörpert Uli Jetschke in hervorragender Weise diesen Anspruch. Seit zwei Jahrzehnten ist er unermüdlich als “Koordinator, Organisator und Vertrauter des Hilfstransports von Greiz ins weißrussische Brest” - so formuliert es die Laudatio - tätig. Alle Fäden der Vereinsarbeit laufen bei ihm zusammen; mit Geduld und Nachdruck sorgt er dafür, dass Jahr für Jahr Hilfsgüter geworben und aufbereitet werden und gezielt den hilfsbedürftigen Familien in aufwändigen LKW-Konvoi-Transporten zugute kommen können. Unzählige Kontakte und Termine, Antragsbürokratie, praktische Arbeit im Lager des Vereins zur Aufbereitung und Verpackung der Sachspenden und natürlich die mehrtägigen Hilfstransporte selbst bewältigt Uli Jetschke mit beeindruckender Ruhe und Souveränität. Und all das ausschließlich in seiner Freizeit, viele Urlaubstage eingeschlossen.
Wir, die Mitglieder des Vereins Hilfstransport Greiz - Brest e.V., freuen uns über diese verdiente Ehrung unseres Chefs sehr. In seiner bescheidenen Art schloss Ulrich Jetschke in seinen Dankesworten ausdrücklich seine Mitstreiter in die Würdigung ein, die Auszeichnung ist also auch ein Dankeschön an sie.
*********************
AUFRUF an Spender und Unterstützer
des HILFSTRANSPORT GREIZ-BREST e.V.
Am 18. Mai 2012 wird der nächste Hilfstransport in die Region Brest (Weißrussland) starten.
Viele Hilfsgüter aus unserem Lager sind bereits in die Container verladen worden. Dringend werden noch zwei Kinderbetten und zwei Kinderstühlchen gebraucht! Kann uns jemand helfen?
Persönliche Patenschaftsgeschenke können an den Sonnabenden 5. und 12. Mai von 9 - 12 Uhr im Lager in der Greizer Oswaldstraße 31 abgegeben werden.
Die üblichen wöchentlichen Öffnungszeiten in Greiz (mo - do 7 bis 15 Uhr, fr 7 - 12 Uhr) bleiben bestehen.
Wir freuen uns auch sehr über jede finanzielle Hilfe! Insbesondere für die Transporte fallen erhebliche Kosten an.
Konto-Nr. 7735780 bei der Commerzbank Greiz, BLZ 83040000, Verwendung: „Hilfstransport Brest”
Bis zum 12. Mai 2012 sollten alle Dinge abgegeben sein, da die Vorbereitungen für den Zoll und die Anforderungen an internationale Transporte Zeit brauchen.
Der Verein hofft auf breite Unterstützung, Sie helfen wirklich Bedürftigen!
Zugleich bitten wir um Verständnis dafür, dass manche ungeeignete Sachspenden nicht angenommen werden können.
Kontakt: Ulrich Jetschke (03661-624934, 0179-9174320)
**************
Der Greizer Hilfstransport nach Brest vom 2. bis 7. Januar 2012
Mit zwei LKW’s, jeweils mit Hänger, und Begleitfahrzeugen startete unser Hilfskonvoi am 2. Januar 2012 Richtung Görlitz. Nach guter Fahrt erreichten wir 3 Uhr nachts die polnisch-weißrussische Grenze, deren Passieren uns 16 Stunden voller Bangigkeit, Ratlosigkeit und oft genug das Gefühl der Ohnmacht und Wut bei kaltem, nassem und windigem Wetter bescheren sollte. Diskussionen mit den Zollbeamten, Ladelisten neu schreiben, warten, Planen öffnen, hilfloses Herumzupfen der Zöllner an den Paketen, das Röntgen der LKW’s, unklares Beratschlagen und Auswerten der Grenzbeamten und schließlich das erlösende Verplomben der Planen und Riegel - wir durften die 20 km bis Brest fahren. Dort erwarteten uns unsere Gastgeber, übermüdet nahmen wir unser Quartier.
Am darauffolgenden Tag entluden wir zusammen mit unseren Freunden - wiederum unter Aufsicht von weißrussischen Beamten - die LKW’s in einem angewiesenen Lager, dessen Stahltor anschließend versiegelt wurde. Die Verteilung der Hilfsgüter und Patengeschenke darf erst nach einer weiteren Prüfung nach etwa zwei bis drei Wochen erfolgen. Gerhard Jalowski gelang es nach längerer Diskussion mit einem Zöllner, wenigstens einige wenige Patenschaftspräsente für eine Selbsthilfegruppe von Müttern mit behinderten Kindern für die persönliche Übergabe abzuzweigen.
Große Freude gab es bei den Eltern der hilfsbedürftigen Kinder und den Vertretern unseres Partner-Vereins „Kinder in Not” über das Eintreffen der Hilfsgüter und der Patenschaftsgeschenke unseres Greizer Hilfstransports. Wir führten viele Gespräche, besuchten kranke Kinder und deren Familien. Ein Beispiel: Dem 3-jährigen Pawel Kaslowski wurde ein bösartiger Nierentumor entfernt. Drei Chemotherapien und eine Bestrahlung musste der Kleine über sich ergehen lassen, eine zehn Zentimeter lange Narbe zeugt von diesem gravierenden operativen Eingriff. Unglaublich, wie sich der Junge trotzdem entwickelt.
Auch die Kalischtschewitsch-Brüder besuchten wir. Sergei leidet an Blutkrebs. Es gibt Hoffnung, aber er ist sehr müde und teilnahmslos. Sein Zwillingsbruder hat eine Hirnschädigung und braucht eigentlich Therapien, um mit sechs Jahren laufen lernen zu können. Seit längerem versuchen wir, über eine Berliner Ärzte-Hilfsorganisation Unterstützung zu bekommen. Die Eltern brauchten dringend eine fachgerechte Anleitung, um verschiedene Therapieformen anwenden zu können.
Wie dramatisch oft genug die Lebensverhältnisse in Weißrussland sind, erlebte Gerhard Jalowski beim Besuch einer armen Familie. In einem einzigen Wohnraum, der sich in einem katastrophalen baulichen Zustand befindet, leben Mutter, deren Tochter und zwei 10 und 15 Jahre alte Jungen. Die Mutter ist dement vom Alkoholismus, die Tochter leidet an Diabetes und ist nach einem Schlaganfall teilweise gelähmt und blind, die Kinder sind nicht altersgemäß entwickelt, sehbehindert und inkontinent. Alle vier leben von 50 € Rente, es gibt keinen ambulanten Arztbesuch oder Pflegedienst, Medikamente müssen selbst bezahlt werden. Bei Preisen für Grundnahrungsmittel, die mit unseren vergleichbar sind, werden die Not dieser Ärmsten, aber auch die Einschränkungen bei Menschen mit „normalen” äußeren Bedingungen (ein Installateur verdient beispielsweise ca. 300 € monatlich) deutlich. Diese Menschen kommen - mit viel Einfallsreichtum und dem Ausschöpfen aller „Beziehungen” - klar und finden ihre Auskommen. Kranke Menschen, Alleinstehende, Alte und Behinderte dagegen können solche selbsterhaltenden Maßnahmen nicht ergreifen und sind nahezu in jeder Beziehung benachteiligt. Sie haben keine Lobby und sind auf Hilfe angewiesen, Hilfe, die auch durch die Transporte aus Greiz kommt.
Am letzten Tag in Brest trafen sich das Komitee „Kinder in Not” Brest und die Helfer aus Greiz, um die vielen, oft detaillreichen Probleme unserer Hilfstätigkeit zu erörtern und Pläne für den nächsten Transport zu schmieden. Dieser wird voraussichtlich Ende Mai 2012 starten, die Sammelaktion dafür beginnt Anfang April.
Wir danken allen Schulen, Kindergärten, Firmen, Familien, die eine persönliche Patenschaft pflegen, den Personen und Firmen, die uns mit finanziellen Mitteln ausstatteten, unseren Hauptsponsoren sowie allen, die in irgendeiner Weise zum Gelingen des Hilfstransports beitrugen!
In tiefer Dankbarkeit,
Ulrich Jetschke/Gerhard Jalowski im Namen des Vereins „Hilfstransport Greiz - Brest”
