5. bis 11. Mai 2019: Unser Hilfstransport nach Brest/Weißrussland ist zurück

Das Gute zuerst: Material und Mannschaft sind gesund und heil zurück, keiner wurde, wie schon gehabt, arrestiert oder gar zurückgeschickt.

Trotzdem war es in hohem Maße erlebnisreich, aufregend und teilweise sehr emotional.

Die Autobahn durch Polen ist fast ganz fertig, teilweise gespickt mit Mautstellen von privaten Betreibern. Dadurch wird die Fahrt, im Gegensatz zu früher, weniger anstrengend und zeitaufwändig.

Mit Bangigkeit kamen wir nachts 4 Uhr an die weißrussische Grenze.  Auch hier hält die Digitalisierung Einzug und es schien reibungslos abzulaufen. Nach dem Röntgen aller vier Container auf den LKWs und dem Begleitfahrzeug mit Hänger waren wir guten Mutes. Inzwischen waren vier Stunden vergangen als es nicht weiter ging.
Irgendetwas hatte man an dem einen Lastzug auszusetzen. Nach weiteren vier Stunden wurden wir per Konvoi, mit PKW-Geleit und Warnlicht in den Brester Stadtzoll geleitet und in diesem Areal eingeschlossen. Hierher kamen auch unsere Brester Freunde, diskutierten im dortigen Büro einige Stunden und füllten unendlich viele Formulare aus mit dem Ergebnis, abends 20 Uhr: Der eine Lastzug muss am anderen Tag an der Rampe des Stadtzolls von unserer Mannschaft zu Kontrollzwecken entladen werden.

So geschah es, uns wurde kein Grund genannt, nichts gefunden und wir durften wieder beladen und dann endgültig im Lager unserer Freunde wieder abladen.  Gott sei Dank halfen uns dabei viele Brester Freunde. Dies geschah unter Beobachtung einer Dame aus einer Behörde.

Die verbliebenen zwei Tage verbrachten wir mit Hausbesuchen bei Familien mit neuerkrankten Kindern. Für Mütter, die vor Traurigkeit und Tränen es nicht vollbrachten, über den Verlauf der Krankheit des Kindes zu sprechen, übernahm der Vater diese Aufgabe und erklärte die momentane Befindlichkeit ihres Kindes nach Hirntumoroperation bzw. Leukämie, das Hoffen auf gute Befunde nach Chemotherapie u.ä. Behandlung.

Da sie spezielle Medikamente in der Apotheke selbst bezahlen werden müssen, wechselte mancher Geldschein den Besitzer.

Wir besuchten die Selbsthilfegruppen in Berjosa und Kobryn, die Gastfreundschaft ist wie immer überwältigend, die ausgesprochene Freude und Dankbarkeit für die Hilfe aus Greiz konnten wir stellvertretend entgegennehmen. Dieses möchte ich in dieser Form allen Helfern, Spendern übermitteln, die tiefe Dankbarkeit ermutigt zu neuem, weiterem Helfen.

Wir konnten die gespendeten Ostersüßigkeiten an die Kinder verteilen, sahen strahlende Gesichter – trotz manchen Mundschutztuches und fehlender Haare.

Der 8. Mai, Tag des Sieges, Feiertag in Weißrussland, fiel in die Zeit unseres Besuches in Berjosa. Aus diesem Anlass legte unsere Gruppe, in Begleitung einer Journalistin, Blumen an einer Kriegsgräberstätte deutscher Soldaten nieder. Auch ich suche meinen Vater, fand aber seinen Namen nicht auf den Gedenksteinen.

Die Verabschiedung fand wie immer in Anwesenheit einer großen Gruppe Brester Freunde statt, sie gaben uns Rückgeschenke für Greizer Patenfamilien mit und baten uns dringlich, wieder zu kommen und sie nicht zu vergessen.

Die Heimreise brach einen positiven Rekord, weißrussische und polnische Grenzabfertigung dauerten nur 2 Stunden, so dass wir am anderen Morgen schon in Greiz waren. Für das LKW- Team war damit aber noch nicht die Zeit fürs Bett, sie mussten die Container noch abbrücken und die LKW`s zum Truckverleih bei Leipzig bringen. Für sie endete die Rückreise erst nach 28 Stunden.

All die Anstrengungen haben uns nicht entmutigt, das Erlebte bewirkte das Gegenteil, so dass der nächste Hilfstransport zum russischen Weihnachtsfest, Anfang Januar 2020, geplant ist.

Für die großzügige Unterstützung besonders bedanken möchten wir uns bei Jens Schott (REWE-Märkte Greiz und Langenwolschendorf), Sebastian Sommerfeld (Naitschau), dem LIONS CLUB Greiz, Goldmännchen-Tee und Trapp Management Rostock!

Gerhard Jalowski

Die Kontroll-Entladung im Brester Stadtzoll-Gelände.

Die Kontroll-Entladung im Brester Stadtzoll-Gelände.

Eine Frau unseres Partnervereins listet die persönlich adressierten Pakete auf, damit die ihre Empfänger schnell und verlässlich erreichen.

Eine Frau aus unserem Partnerverein listet die persönlich adressierten Pakete auf, damit die ihre Empfänger schnell und verlässlich erreichen.

Wir treffen die Kobriner Kinder, die sich bei Natascha Sawenok versammelt haben.

Wir treffen die Kobriner Kinder, die sich bei Natascha Sawenok versammelt haben.

Das Hilfstransport-Team bei Angelina Waschtschuk in Kobrin. Die Tochter (mit Brille) lernt nach einer Knochenkrebsbehandlung wieder laufen.

Das Hilfstransport-Team bei Angelina Waschtschuk in Kobrin. Die Tochter (mit Brille) lernt nach einer Knochenkrebsbehandlung wieder laufen.

Besuch bei Kirill Rodukin, der mit großem Vergnügen die Schokolade, gespendet von REWE-Chef Jens Schott, auspackt.

Besuch bei Kirill Rodukin, der mit Schokolade, gespendet von REWE-Chef Jens Schott, beschenkt wird.

Eine Woche nach dem russischen Osterfest sind REWE-Schokoladenhasen sehr willkommen - hier auch bei einem schwerbehinderten Kind.

Auch eine Woche nach dem russischen Osterfest sind REWE-Schokoladenhasen noch sehr willkommen – hier bei einem schwerbehinderten Kind.

Bereits im September 2017 besuchten wir die Familie Kalenik in Berjosa (s. unser Bericht). Tochter Polina freut sich über mitgebrachte Süßigkeiten.

Bereits im September 2017 besuchten wir die Familie Kalenik in Berjosa (s. unser Bericht). Tochter Polina (re.) freut sich über mitgebrachte Süßigkeiten.

Ein Geschenk wollte der kleine Junge an die deutschen Helfer überreichen - und suchte sich dafür Sebastian Sommerfeld aus.

Ein Geschenk wollte der kleine Junge den deutschen Helfern überreichen – und suchte sich dafür Sebastian Sommerfeld aus.

Gerhard Jalowski ist eine größere Teespende zu verdanken. Hier wird sie begutachtet. Rechts im Bild Friedemann Schatz vom Hilfsteam.

Gerhard Jalowski ist eine größere Teespende nach Brest zu verdanken. Hier werden Proben davon „begutachtet“. Rechts im Bild Friedemann Schatz vom Hilfsteam.

Gemeinsam mit weißrussischen Freunden besucht unser Team das Ehrenmal für im Zweiten Weltkrieg gefallene deutsche Soldaten in Berjosa.

Gemeinsam mit weißrussischen Freunden besucht unser Team das Ehrenmal für im Zweiten Weltkrieg gefallene deutsche Soldaten in Berjosa.

Wie immer: Herzliche Verabschiedung vor der Heimreise.

Wie immer: Herzliche Verabschiedung vor der Heimreise.

Das siebenköpfige Greizer Helferteam vor der Abfahrt in Brest.

Das siebenköpfige Greizer Helferteam vor der Abfahrt in Brest.

 

 

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